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Das kann doch nicht Wahl sein! (3)

September 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhalten

Heute schicken wir den dritten Teil unserer kleinen politischen Reihe in den Äther. Nachdem wir bereits ein Video und ein Game vorgestellt haben, beschäftigen wir uns nun mit einem Phänomen in der Sparte WebTV. Um die Wähler in unserem geistig weitreichend verhunzten Land zu erreichen, muss man sich so einiges einfallen lassen. Und zwar auf allen Medienebenen. Nachdem das Fernsehen in den letzten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Medien für politisches Balzen geworden ist, folgt nun das Pendant im Internet.

Und welches Format böte sich zum Erreichen berieselungsseeliger Wähler mehr an als die Seifenoper? Ist diese doch (leider) des Deutschen liebstes Geistesgut. „Zeit der Entscheidung – Die Soap deiner Wahl“ heißt die Serie und ist auf bild.de, StudiVZ und viva.tv zu sehen. Die Quellen sagen bereits einiges über die gewünschte Zielgruppe aus. Politik mit Entertainment-Faktor garantiert hier für Aufmerksamkeit.

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Thematisch versucht die Soap einiges zu packen: Homo-Ehe, Verbreitung heiklen Fotomaterials per Handy, Drogenmissbrauch bei Lehrern (hä?) oder das EU-Gesetz zum Bürgerentscheid. Es geht vermeintlich um alltägliche Dinge, die alle Einwohner Deutschlands interessieren könnten, ganz gleich, ob deutsch- oder andersstämmig. Beim Cast setzt man auf „bekannte“ Gesichter wie Sophia Thomalla, Raúl Richter und Patrick Bach. Na, dann kann ja nix mehr schiefgehen mit der Wählermotivation.

Das wirklich interessante an dem Projekt ist der interaktive Teil: Am Ende der Episode kann der Zuschauer sich per Wahlzettel für eine Partei entscheiden, die dann mit ihrem Wahlprogramm die Fortsetzung der Episode gestaltet. Jede Partei sorgt also für ein anderes (Happy) Ending und will zeigen: Wie würde sich das Leben des Einzelnen gestalten, ginge es nach den Parteien? Das Beste daran ist, dass  man sich einfach nochmal umentscheiden kann, sollten einem die Konsequenzen der eigenen Wahl missfallen. Wenn das im echten Wählerleben auch mal so einfach wäre. Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, denn er ist leicht verständlich und anschaulich. Das nennt sich dann wohl Demonstration am lebenden Objekt. Nette Idee.

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1 Kommentar »

  1. [...] Das kann doch nicht Wahl sein! (3) Corporate TV Lounge - PeopleRank: 0 - 08.09.2009 …Patrick Bach. Na, dann kann ja nix mehr schiefgehen mit der Wählermotivation. Das wirklich interessante an dem Projekt ist der interaktive Teil: Am Ende der Episode kann der Zuschauer sich per Wahlzettel für eine Partei entscheiden, die dann mit ihrem… Namen genannt : Nette Idee  Raúl Richter  Sophia Thomalla  [...]

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