Foto TV im Fokus
September 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhaltenKameras gibt es ja mittlerweile in allen Größen und Formen. Ob klein im Handy integriert, als Retro Kultgerät respektive hypermodern oder als Reinkarnation der Polaroid-Kamera: Ein jeder macht Schnappschüsse, aber die Kunst zu fotografieren - pardon - ich meine gut zu fotografieren, will durchaus erlernt sein. Wer nicht unbedingt einen Abendkurs an der Volkshochschule belegen will, der kann nun aufatmen, denn dank Foto TV muss man nicht mehr unfreiwillig schlecht knipsen und sich der verwackelten und unscharfen Bilder grämen.
Foto TV bietet Video-basierte Tutorials, die buchstäblich alles umfassen, was mit Fotografie zu tun hat: die richtigen Techniken, Bildbearbeitungs-Tutorials, der Gebrauch von Beleuchtungssystemen und die perfekte Rahmung der Fotos, finden genauso ihre Anerkennung im Repertoire des Portals wie Interviews mit dem Who-is-Who der Fotografenszene, die Geschichte der Fotografie oder die richtigen Schminktechniken für Fotomodelle. Der Fundus an Informationen für Fortgeschrittene wie Amateure scheint schier unendlich. Außerdem gibt es bei Foto TV die für Portale mittlerweile fast obligatorische Community und ein Forum, wo jedes Mitglied sich nach Herzenslust austoben und informieren kann.

Die Website ist trotz der Fülle an Informationen erstaunlich übersichtlich strukturiert: Die Videos werden einheitlich in passenden Monochrom- Corporate-Design präsentiert, mit einem Tüpfelchen neongrün. Einem jeden Themenbereich wurde ein Gesicht samt Editorial verliehen und man hat die Möglichkeit entweder ganz beim Urschleim anzufangen oder alternativ bei einer bestimmten Thematik einzusetzen. Die Macher selbst bezeichnen es als die umfangreichste Videosammlung für Fotografie im Internet und so wagemutig die Behauptung auch scheint, man kann wohl kaum widersprechen. Die zwei Jahre, die es laut Interview mit dem Erfinder von Foto TV brauchte, um das Portal zu konzipieren, haben sich gelohnt. Leider ist dieses Sammelsurium nicht ganz kostenlos, aber bei läppischen 5,95 Euro je Monat für ein Jahr sorgenfreies Schauen, muss man nur einmal mehr auf den Pizzalieferanten verzichten.
Liebe Fotografieliebhaber, dies scheint “the place to be”, abgesehen von den unzähligen pittoresken Landschaften, Denkmälern und Presseschauplätzen, die es wert sind abgelichtet zu werden. Hier reichen sich analoge und dialoge Fotografie die Hände, die gleichermaßen Anerkennung finden und es ist anzunehmen, dass auch alte Hasen der Branche noch das ein oder andere dazu lernen können. Wie soll ich sagen: bei mir hat’s “Zoom” gemacht. Vielleicht klickt es ja auch bei Ihnen.
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