Web-TV mit Kick
August 2009 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhaltenDer Ball rollt nun seit letzter Woche zur Freude all jener wieder, die in dieser Sportart weit mehr sehen, als dass da 22 Gestalten hinter einem Ball her hecheln. Bei den Vereinen der Bundesligen handelt es sich längst nicht mehr um Gemeinschaften, die primär das Ziel der Körperertüchtigung anstreben – nein, vielmehr sind die Vereine in den letzten Jahren zunehmend zu Unternehmen avanciert (oder mutiert, je nach Befindlichkeit), die jährlich hunderte von Millionen Euros umsetzen.
Geschenkt, keine Neuigkeit, aber diese kleine Vorabplauderei soll natürlich zu unserem heutigen Thema hinführen. Wir werden an dieser Stelle, sozusagen als kleine Ballsportreihe, Vereine vorstellen. Im noch etwas genauer zu sein: die Web-TV-Präsenz einiger Vereine. Ich will und muss es gleich vorwegnehmen, es werden keineswegs alle Vereine Eingang auf dieses Portal finden, entweder haben sie Web-TV für sich noch nicht erschlossen oder der geschätzte Fan darf erst einmal ein Abo abschließen. Nun kann man natürlich als lediglich mit einem Minimum an Schizophrenie ausgestattetes Wesen nicht allen Vereinen hold sein und somit scheidet der geschätzte FC Bayern, an dem man bei einem solchen Vorhaben eigentlich nicht vorbeikommen kann, als erstes aus.

Werder Bremen macht das ein wenig besser. Jeder, der mag, kann sich erst einmal kostenlos registrieren lassen und erhält so Zugang zu den Videos der Rubrik „Gratis“. Hier werden nun ein paar Statements zu Spielen und Transfers geboten. Zahlreiche Interviews fallen dann aber unter die Rubrik „Exklusiv“ und setzen eine finanzielle Gegenleistung des Nutzers voraus. Da wir nun bereits festgestellt haben, dass für Vereine als Wirtschaftsunternehmen der monetäre Faktor kein unwesentlicher ist, drücken wir hiermit Bedauern und Verständnis zugleich aus. Sprich: für jeden Werderfan, dem die aus der klassischen Bildröhre verbreiteten Nachrichten und das Gratisangebot von Werder nicht ausreichen, der muss löhnen, erfährt dann aber ganz Exklusiv, wie Tim Borowski endlich wieder „Zurück in die Heimat“ gekommen ist. Nunja. Wer aber unbedingt SEINEM Verein ganz ganz dolle nah sein will, dem rettet WERDER.TV natürlich den Tag. Die Website ist nicht überragend, aber ich kann es vorwegnehmen, es gibt deutlich schlimmere. Und manchmal, wenn sich die Vereine mit den großen Fernsehsendern nicht einigen können, dann kann es auch einmal passieren, dass sogar ein Fußballspiel hier zu sehen ist.
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